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Referenzen

Katja Scheuer 09.07.2017

Pferdecoaching bei Regina Petersen am 9.7. 2017
Ich hatte heute einen tollen Tag bei Regina Petersen und ihren Pferden und Ziegen in Moorfleet auf dem Harderhof.
Bei strahlendem Sonnenschein durfte ich eine wundervolle Erfahrung machen mit Regina und den Pferden, insbesondere mit „Summer“ einer ganz tollen Stute.
Das hochsensibelste Pferd Janosch (ein kleiner Pony-Hengst) hat als erstes Kontakt zu mir aufgenommen als ich zunächst allein auf die Wiese gegangen bin.
Als ich dann mit Regina auf der schönen Wiese saß, kamen nacheinander alle 5 Pferde/Ponys zu mir um Kontakt mit mir aufzunehmen und zeigten Bereitschaft mir zu helfen. 
Mit Summer durfte ich dann auf die Koppel um verschiedene Übungen zu machen. Es hat so viel Spaß gemacht. Und ich konnte Summer auch größtenteils so führen wie es gewünscht war. Ich habe viel dabei gelernt. Besonders, dass mit Ruhe und Geduld mehr zu erreichen ist, als mit Willen und Dominanz. 
Die Pferde spiegeln einem so wunderschön eindeutig was gerade los ist.
Erkenntnis für mich: 60% reichen!!!!
Weniger in den Kopf, mehr ins Gefühl gehen.
Regina hat den Tag sehr schön entspannt gestaltet und ich fühlte mich die ganze Zeit sehr gut aufgehoben. Meine Ideen und Wünsche hat sie wunderbar einfließen lassen und umgesetzt.
Wir haben gemeinsam viel herausgefunden und ich bin erschöpft aber glücklich nach Hause gefahren. 
Ich kann nur jedem empfehlen sich einmal auf diese Erfahrung einzulassen.
Ich habe den Tag sehr genossen.
Katja Scheuer 09.07.2017

Alina Meisenbach 14.12.2017

Erzähl' mir was vom Pferd.
Was man in 60 Minuten Coaching von einem Vierbeiner lernen kann.
Text Alina Meisenbach

Meine Therapeutin hat zu große Zähne und struppige Haare. Ich mag sie nicht
besonders. Was sage ich: ich habe regelrecht Angst vor ihr.
Es ist der Moment, in dem ich mich frage, ob das alles hier eine gute Idee war. Keine
zehn Minuten später werde ich von ihr die Antwort bekommen: war es.
Mit Mitte dreißig fragen sich viele, wer bin ich, was mache ich hier und welche Ziele
habe ich noch? Die Ausbildung ist vorbei, die Euphorie über den ersten Job verflogen,
den Netflix-Account kann man locker aus eigener Tasche bezahlen und um 22 Uhr liegt
man im Bett und steht nicht mehr vorm Club.
Entweder hat man jetzt ein Kind, das einen ablenkt oder zu viel Zeit, um sich Gedanken
zu machen. Letzteres ist bei mir der Fall. Bin ich wirklich glücklich? Bin ich da, wo ich
sein will? Auch wenn ich ein schönes Leben habe, könnte es nicht sein, dass ich etwas
verdränge? Und wer könnte mir darauf eine Antwort geben?
Ein Yoga-Lehrer würde mir raten, meine innere Mitte auszubalancieren, ein Fitness-
Trainer mich richtig auszupowern, ein Therapeut meine Kindheit aufzuarbeiten und die
Freunde, mir nicht zu viele Gedanken zu machen. Also brauche ich jemanden, der mir
gegenüber objektiv und unverfälscht ist, nicht voreingenommen oder Profit interessiert.
Zum Glück findet man im Internet neben den besten Tipps zur Dauerhaarentfernung
und Selfie-Nachbearbeitung, auch Antworten auf die wichtigen Fragen des Lebens und
so stoße ich auf das, was ich finden wollte: Tiergestütztes-Coaching. Pferde als Spiegel
unserer Seele. Das klingt erst mal esoterisch – und trotzdem überzeugt mich das
Konzept dahinter: Tiere an sich können weder taktisch noch berechenbar agieren. Und
insbesondere Pferde sind hochsensibel. Sie spüren, wenn etwas nicht stimmt. Wenn
man sich etwas vormacht oder unterdrückt. Sie spiegeln den Menschen wider.
PferdeStärkenMenschen nennt sich das Persönlichkeitstraining für das ich mich
entscheide.
Regina Petersen ist ausgebildete Trainerin für pferdegestütztes Coaching und betreibt
gemeinsam mit ihrem Mann den Harderhof. Keine halbe Stunde von Hamburgs
Innenstadt entfernt, ländlich, idyllisch mit Reetdach. Hier trägt man noch Rucksack und
Bart weil es praktisch ist, nicht stylisch. Neben Pferde-Coachings findet hier auch
pädagogisches Reiten für Kinder statt und als kleines Zusatz-Event auch
Kindergeburtstage mit Ponyreiten und Grashüpfer fangen.
Es ist ein regnerischer Vormittag. Als ich den Hof erreiche, schiebt sich plötzlich die
Sonne durch die Wolken. Nicht nur das ist ein wahrer Lichtblick: Frau Petersen ist schon
nach wenigen Minuten Regina. Sie ist einer von den Menschen, die das Herz am rechten
Fleck haben. Gradlinig, ehrlich und aufgeschlossen. Es ist fast ein bisschen wie nach
Hause kommen. Hier zählt, wer du bist, nicht was du hast.
Die insgesamt 90 Minuten Coaching beginnen mit einem Vorgespräch mit Kerzen und
Katzen. Es ist rustikal, riecht angenehm bodenständig nach Stroh und Pferden. Das
Coaching ist kein Marketing-Konzept, es gibt keine gebrandeten Tassen mit Logo oder
T-Shirts mit Sinnsprüchen. Hier geht es alleine um Mensch und Tier.
Arbeitskleidung: Gummistiefel.
Die erste Regel beim Zusammenarbeiten mit den Vierbeinern: Das Pferd wählt dich aus,
nicht umgekehrt. Im Prinzip wie beim Bachelor, nur mit Stroh statt Rosen.
Wir gehen in den Stall, ich soll mich mit den insgesamt fünf Pferden vertraut machen.
Regina bereitet in der Zeit die Koppel für das Coaching vor.
Im Gegensatz zum Bachelor fällt mir die Auswahl leicht. Liebe auf den ersten Blick
sozusagen: dunkle Reh-Augen, helle Mähne, braunes Fell. Das kleine Pony sieht mich
neugierig an und schnuppert fast schon zärtlich an meiner Hand.
Ich laufe anstandshalber noch zu den anderen Boxen, in einer davon scharrt ungeduldig
eine riesige schwarze Stute. Sie tritt mit den Vorderhufen gegen die Stalltür und würdigt
mich keines Blickes. Unvorstellbar mit diesem Tier zusammen zuarbeiten – ich spüre
keinerlei Verbindung zwischen ihr und mir. Du bekommst schon mal keine Rose.
Regina kommt lächelnd zurück, „was meinst du? Welches der Pferde hat dich
ausgesucht?“ Selbstbewusst blicke ich zu meinem braunen Pony, das mir fast schon
bestätigend zuschnaubt. Zu meiner großen Überraschung – oder besser: Enttäuschung –
schüttelt Regina den Kopf. Jetzt zeige ich nacheinander wahllos auf den Rest der Pferde –
bis ich schließlich schon fast lachend auf die schwarze Stute deute, „naja, sie ja wohl
nicht“. Regina grinst: „Sie hat dich ausgesucht, da warst du noch keine drei Sekunden in
diesem Stall.“ Ich hatte Angst vor ihr, da war ich noch keine zwei Sekunden in diesem Stall,
denke ich entsetzt. Ich muss kurz schlucken. Regina holt das riesige Tier aus der Box,
jetzt steht es neben mir, fast schon lächerlich groß und schwarz. Sie heißt Saphira und
genau wie der Name, erinnert sie mich an ein dunkles Fabelwesen aus einem Harry
Potter Film. Sie soll mich also widerspiegeln, mir zeigen, wer ich gerade bin. Im Moment
nur jemand, der am liebsten weglaufen würde. Das geht aber nicht. Ich sehe die Stute an
und mir wird klar: Meine Therapeutin hat zu große Zähne und struppige Haare. Ich mag
sie nicht besonders. Was sage ich: ich habe regelrecht Angst vor ihr.
Wir laufen zur Koppel, ich halte respektvoll Abstand. Die Hufe sind immerhin
Untersetzer-Teller groß. Die erste Übung besteht darin, dass ich das Pferd an einer Leine
durch einen Parcours führen soll. Ich denke, dass witziger Weise nichts besser meine
Angst vor diesem großen schwarzen Pferd symbolisieren kann, als dieses große
schwarze Pferd. Unsicher laufe ich los, im Kopf spiele ich Szenarien durch, was wohl
passieren würde, wenn die Stute plötzlich durchdreht oder losgaloppiert.
1 PS ist immerhin 1 PS.
Aber wie das mit Ängsten so ist, wenn man sie aus der Nähe betrachtet werden sie
kleiner. Ich spüre nach und nach, wie der große dunkle Kopf sich neben mir langsam auf
und ab bewegt und gleichmäßig durch die großen Nüstern atmet. Geduldig läuft sie mit
mir über ein Hindernis, dreht sich im Kreis. Mit jedem Schritt vertraue ich ihr mehr. Sie
reagiert auf meine Bewegungen, hält Schritt, tritt mir nicht auf die Füße und lässt sich
behutsam zur Seite schieben. Regina lächelt mir aufmunternd zu.
Als nächstes soll ich den Parcours ganz ohne Leine laufen. Hier ist Körpersprache
gefragt. Mittlerweile ist meine Angst, der Neugier gewichen. Ich vertraue dem Tier und
das Tier mir, es folgt mir ruhig und bedächtig. Regina lächelt: „Sie ist absolut entspannt.“
Beim Thema Entscheidungen und Entschlossenheit soll ich Saphira mit einer Gerte zum
freien Traben bringen. Zunächst noch ungewohnt, nimmt das Pferd schon nach wenigen
Minuten Fahrt auf und wird immer schneller. Ob allerdings sie oder ich in diesem
Moment mehr Spaß daran haben, unbeschwert durch den Matsch zu galoppieren, ist
unklar. Was aber klar ist: Ich habe keine Angst mehr vor dem großen schwarzen Pferd.
Vor meinem großen schwarzen Pferd. Noch vor einer Stunde hätte ich mir das absolut
nicht vorstellen können.
Das sieht Regina genauso, „du unterdrückst und überspielst auch nichts“ attestiert sie
mir das Coaching., „Saphira fühlt sich wohl bei dir, weil du ein sehr klarer Mensch bist.
Glaub’ mehr an deine Fähigkeiten.“
Natürlich hätte mir das auch ein Yogalehrer sagen können. Oder eine beste Freundin.
Aber ich hätte es trotzdem nicht geglaubt. Ich habe es erst geglaubt, als ich es gefühlt
habe. Als ich mit meiner Angst auf vier Beinen auf dieser Koppel stand und lernen
musste, dem Tier und mir zu vertrauen.
Mit Regina unterhalte ich mich noch über das Leben auf dem Hof und ihre Ausbildung
als Pferde-Coach. Ein Beruf, den ich selbst sehr spannend finde.
Immer mehr Großstädter zieht es wieder ins Grüne, die Menschen suchen Ruhe, aber
auch Beständigkeit. Tier und Natur sind unverfälschte Begleiter.
Zum Schluss werden noch ein paar Katzen gestreichelt und die anderen Pferde auf die
Koppel gelassen. Dann sitze ich wieder in der S21 Richtung Elbgaustraße. Innerhalb
weniger Minuten ziehen statt Bäumen und Wiesen, Hochhäuser und Straßen an mir
vorbei. Es wird wieder lauter und grauer. Aber das Gefühl bleibt. Das Gefühl ein paar
Antworten für mich gefunden zu haben und zu wissen, dass es draußen ein großes
schwarzes Pferd gibt, vor dem ich keine Angst mehr haben muss.